BMW

Beim Ursprung der Marke BMW stehen gleich einige Herren. Der erste von ihnen ist:
  1. Gustav Otto, Sohn des Erfinders vom Benzin-Motor (Ottomotor), der im Jahr 1911 Ottos Flugwerke gründete.
  2. Karl Rapp, Besitzer eines Werkes, welches Flugmotoren für die Armee der K.u.K. Doppelmonarchie (Österreich-Ungarn) baute.
  3. Franz Josef Popp, ein Mann, der Motoren für die Armee übernahm und zuallerletzt Kommittent von Karl Rapp. Er wurde in Wien geboren und seit seinem 15. Lebensjahr lebte er in Brno (Brünn), wo er studierte und einen Diplom-Ingenieur –Titel erlangte.

Im Jahr 1916 schlossen diese drei Herren die Rapp- und Otto-Werke in die Bayerischen Flugzeugwerke zusammen und im Jahr 1917 wurden sie Bayerische Motorwerke – BMW - umbenannt. BMW- Motoren verkörperten die damalige Höchsttechnik. Mit dem Motor BMW III flog die derzeitige Legende „roter Baron“ Manfred von Richtshofen, der mit dem berühmten roten Dreidecker mit schwarzen Zeichen flog. Die Flugzeuge mit einem BMW-Motor brachen viele Weltrekorde.    

Das Werk baute stabile Motoren für den Maschinen-Antrieb und Zu guter letzt hat man sie in beim ersten eigenen Motorrad, mit der Bezeichnung „Helios“, verwendet.

Das erste serienhergestellte Motorrad war im Jahr 1923 das Modell BMW R 32. Es handelte sich um die Konstruktion eines flachen Zweizylinders mit der Kupplung und dem Getriebe zusammen in einem Block und mit Achsübertragung der Antriebskraft auf das Hinterrad. Diese „Bayerische Konzeption“ wird bei den BMW-Motorrädern bis heute angewendet. Die BMW-Motorräder gewannen sechstägig im Jahr 1926 und Tourist Trophy auf der Insel Mann im Jahr 1939. Vor dem Krieg waren sie die Titelhalter von 206 Geschwindigkeits- und Weltrekorden.  

Popp war ein Ökonom von Bedeutung, der für BMW im Jahr 1926 das Automobilwerk DIXI in Eisenach und später auch die Brandenburger Motorwerke in Berlin erwarb, wo im Jahr 1939 der erste Stahltreibwerk-Flugzeugmotor der Welt gebaut wurde. Der Besitzer von den Automobilwerken DIXI war Jakob Shapiro, ein russischer jüdischer Exil-Börsenmakler, der zu den Zeiten seiner Höchstprosperität die meisten Autoindustrie-Aktien in Deutschland besaß. Nach einer Reihe von Zusammenbrüchen emigrierte er jedoch aus Deutschland nach Frankreich.
Der Beginn des Aufschwungs der Automobilwerke wurde von der Weltkrise gezeichnet. Popp bot die Automobilwerke Henry Ford zum Kauf an, der lehnte jedoch ab und kaufte ein Gelände in Köln am Rhein an. Gebe es die Ablehnung von Ford nicht, würde die heutige Welt die BMW-Automobile nicht kennen.
           
Die einfachen Wagen DIXI wurden nach der Übergabe der Marke unter dem Namen DIXI BMW vertrieben. Es handelte sich dabei um die ersten und kleinsten Wagen der Marke BMW. Sie gingen aus der erworbenen Lizenz des kleinen Volksautomobils des englischen Automobilherstellers Austin hervor, Modell Seven (die Sieben). Dieses Modell wurde in England seit dem Jahr 1923 gebaut und verkauft. Später wurden die Lizenzrechte nach Deutschland (DIXI - BMW) und Frankreich (Rosengart) verkauft. Dieser Wagen wurde auch in Japan von der Firma Datsun als ihr erstes Automobil gebaut, es wurde jedoch ohne Lizenz hergestellt.
In den kommenden Jahren wurde bereits die eigene Konstruktion des Rohrfahrgestellrahmens durchgesetzt, überwiegend mit Zwei-Liter-, Sechszylinder-Motoren; der Segment-Vorderachse mit Querblattfeder, zwei hydraulischen Stoßdämpfern und Kammsteuerung. Neben den durch ihre Form gelungenen geschlossenen Karoserien und Cabriolets wurde die Marke durch die Sport-Modelle 315/1, 319/1, 327, 327/8 und 328 berühmt. Die Modelle 327 gehören zu den elegantesten Vorkriegskaroserien. Das Modell 328 wurde für mehrere Jahre zum begehrten Sport-Automobil, welches man in der 50-en Jahren auch bei „Ecce Homo“ in Šternberk erblicken konnte (Rennfahrer Sojka). Das Unternehmen prosperiert bis heute und sein Produktionsprogramm besteht aus Automobilen und Motorrädern mit außergewöhnlich individueller Eigenart.
 
Einige Vertreter der Marke BMW:
BMW R2Motorrad BMW R2 wurde in den Jahren 1931-36 hergestellt. Es handelt sich um Einzylinder-, Zweihundert-Kubik-, Viertakt-Motorrad mit einem Dreigang-Getriebe. Es wiegt 110 kg und erreicht eine Geschwindigkeit von 95 km/h. Es ist das kleinste Motorrad. Wenn auch mit lediglich 8 PS Leistung, wurde es im Jahr 1936 zum Titelhalter des Welt-Geschwindigkeits-Rekords von 246 km/h.
Motorrad BMW R 12 wurde in den Jahren 1935-1942 gebaut und es wurde eine Anzahl von 25 000 Stück vertrieben. Im Jahr 1935 kostete es 1 650 RM. Es handelt sich um ein Einzylinder-, Viertakt- Boxer-Motor mit 750 ccm Hubraum, Leistung 18 PS und einem Viergang-Getriebe. Der Hinterradantrieb erfolgt durch die Achswelle. Das Vorderrad ist abgefedert, Hinterrad nicht. Der Rahmen besteht aus den pressgeformten Profilen. Der Kilometerzähler ist im Scheinwerfer indirekt beleuchtet. Das Gewicht beträgt 185 kg und die Höchstgeschwindigkeit 110 km/h. Es wurde auch in Militär-Ausführung mit einem Beiwagen hergestellt. 
 
MBW R66Motorrad BMW R 66. Motor ist ein Zweizylinder-, Viertakt-Boxer mit 600 ccm Hubraum. Die Motorleistung erbringt 30 PS, das Gesamtgewicht ist 187 kg und das Motorrad erreichte eine Geschwindigkeit von 145 km/h. Infolge seiner Leistung wurde dieses Motorrad häufig mit einem Beiwagen geliefert. Es verfügt über einen Rohrrahmen mit teleskopisch abgefedertem Vorder- und Hinterrad. Das Motorrad wurde in den Jahren 1938-41 hergestellt und kostete in der Solo-Ausführung 1 695 RM (ein Kilo Butter kostete 3,20 RM und 1 kg von diesem Motorrad 9 RM). 
 
 
 
Automobil BMW 3/15 PS ( DIXI ) DA4. Es handelt sich um ein Vierzylinder-Automobil, welches seit 1931 bis 1932 hergestellt wurde. Es wurde meistens als viersitzige geschlossene Karoserie, viersitziger offener Wagen und selten in der Ausführung eines zweisitziges Coupes geliefert. Dieses Karoserie-Modell nannte man „Business Coupe. Es war für den Geschäftsreisenden und seinen Kunden bestimmt. Durch sein kleinen Innenraum wurde eine missbräuchliche Verwendung als Familienwagen verhindert. Der Motor-Hubraum ist 750 ccm, die Bremsen sind mechanisch bei allen vier Rädern. Die Vorder- und Hinterachse wird mit Blattfedern abgefedert. Das Gewicht des Wagens beträgt 480 kg und die Höchstgeschwindigkeit 75 km/h. Es ist ein s.g. Volkswagen mit einer sehr einfachen Konstruktion. Im derzeitigen Werbespot hieb es: „Das Auto ist von innen größer als von auben“. Sein Verkaufswert war 2 500 RM und somit lediglich um etwas höher als bei Zweizylinder-Motorrädern und um das Dreifache niedriger als beim Sechszylinder-Modell Mercedes Stuttgart. Diese Modelle waren durch die seitliche „Wassersickerung“ beim Regen bekannt, denn die Türen wurden mit der Karoserie nicht abgedichtet. Die sportliche Version dieses Automobils wurde unter der Bezeichnung BMW 3 / 15 PS Wartburg verkauft und gewann im Jahr 1930 seine Klasse bei Rallye Monte Carlo.
 
MBW 335Automobil BMW 335 ist das allergrößte, stärkste und letzte Vorkriegsmodell BMW. Diese Wagen wurden seit 1939 gebaut. Lediglich die erste Produktionsphase bis Mai 39 wurde für den Verkauf vorgesehen, seit Mai 39 wurden die sämtlichen Wagen vom Staat abgenommen und wurden im diplomatischen Dienst eingesetzt und für Oberwürdenträger der Ministerien bestimmt. Der höchsten Beliebtheit erfreute sich dieses Modell auch bei Göbels, der diesen Wagen sehr gern selbst fuhr. Diese Modelle wurden mit dem Sechszylinder-Reihenmotor mit 3 500 ccm Hubraum, Leistung von 90 Pferdestärken und der Höchstgeschwindigkeit 150 km/h bestückt. Der Rahmen wird im Gegensatz zu den Zwei-Liter-Chassis um 114 mm verlängert und somit konnte der Motorraum ausreichend vergrößert werden. Die Hinterachse ist fest, mit zwei Stabfedern, die parallel laufend mit der Längenachse des Wagens angebracht waren, abgefedert, die Vorderachse wird auf der Basis einer charakteristischen Blattfeder, der Schwenkarme und den hydraulischen Stoßdämpfer konzipiert. Er verfügt über eine Kammsteuerung. Das Gewicht des Wagens beträgt 1 300 Kg. Die Modelle 335 sind charakteristisch durch ihre hinteren Griffe beim Zusatzkofferraum, die Quer-Verrippung der Motorhaube mit Dekorativleisten und großen, vollversenkten Scheinwerfern. Der Anschaffungspreis betrug 9 000 RM (die Reifen waren nicht im Preis inbegriffen, der Auftraggeber musste sie aufgrund der ungenügender Belieferung selbst bestellen). Die Modelle gab es überwiegend in der Ausführung von der viertürigen Limousine, in einer geringeren Anzahl wurden die zwei- und viertürige Cabriolets vertrieben. Sehr geschätzt werden auch Modelle, die auf Bestellung von den renommierten Karosseriefirmen angefertigt wurden. Von den Modellen 335 wurden 145 Stück gebaut. Davon waren insgesamt 118 viertürige Cabrios. Sie blieben nur vereinzelt erhalten und das ausgestellte Automobil in unserem Museum gehört zu den hochgeschätzten Liebhaberstücken.
9. 1. 2012

30. 9. 2011

17. 5. 2011

25. 2. 2011

23. 9. 2010

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